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Mancini
Eine hervorragende künstlerische Arbeit bieten die Comicgeschichten unter dem Pseudonym Mancini. Wem der Name nichts sagt; Mancini - geboren 1931 in Nizza - arbeitet auch unter dem bekannteren Pseudonym W.G. Colber. Hinter beiden Pseudonymen steckt eigentlich Robert Hugues. Ein weiteres Pseudonym ist Trebor.
Wer sich mit erotischer Comic-Literatur beschäftigt, stolpert zwangsäufig über die Arbeiten Hugues.
Obwohl Colber und Mancini die selbe Person sind, unterscheiden sich die Zeichenstile doch deutlich. Das hat Hugues auch so beabsichtigt.
Colbers Stil entspricht am ehesten dem von G. Levis; Mancini Stil erinnert an Manara.
Hugues sagt selbst von sich (*), sehr vom Stil George Levis beeinflußt worden zu sein. Levis ist ebenso wie Hugues (bzw. Mancini/Colber) ein Altmeister der erotischen (französischen) Comic-Kunst.
Als Mancini verwendet Hugues einen klaren Tuschefeder-Strich. Sehr Klassisch, mit Schraffurtexturen für Schatten und Grautonabstufungen.
Sein Stil ist vielleicht unter moderner Betrachtungsweise ein wenig altmodisch, doch Mancinis klassischem Strich kommt meist eine gelungene und anregende Geschichte "zu Hilfe". Inhaltlich bleibt Mancini dem Leser nichts schuldig. Die Geschichten haben einen anregenden Charme, sind stets unterhaltsam und "versaut", jedoch nie brutal oder herabwürdigend. Sexuelle "Begegnungen" zelebriert Mancini durchaus häufig pro Seitenzahl, überaus deutlich und abwechslungsreich.
Die beste Mancini-Veröffentlichung ist wohl die Serie Ninon (Nina). Die sexuellen Abenteuer der kleinen Ninon mit einem perversen Grafen und seine Gespielin, sind wunderschön erzählt und anregend in Szene gesetzt. Wie bei vielen europäischen Comic-Künstlern, so spielt auch hier das S/M-Thema eine zentrale Rolle.
Beim Album "Die drei Musketiere" kann man sich schon denken um was für eine Fassung es sich handelt. Hier erleben die französischen Helden amouröse Abenteuer, wie sie Alexandre Dumas wohl "vergessen" hat zu erzählen. Ein zweiter Teil wurde leider nur im Magazin Bédé Adult veröffentlicht.
Eine weitere gute Serie ist Celia. Darin sind junge hübsche Mädchen bei unschuldigem Sex und lesbischen Liebesspiel zu beobachten. So auch in der Reihe "Maria-Magdalena". Wollüstige Internatsphantasien mit jungen Schülerinnen und willigen Lehrern.
2010 sind zwei Alben in Frankreich veröffentlicht worden. La reine Margot ist bereits früher entstanden, aber nie als Album veröffentlicht worden. Le calvaire de Diana ist ein vollständig neues Abenteuer, das sozusagen aus Spaß an der Freude im "Rentenalltag" Hugues entstanden ist.
Zensurbericht: In der deutschen Ausgabe von Ninon 2 hat der holländische Verlag zwei Seiten entfernt. Hierbei handelt es sich um eine eher "harmlose" Szene mit einem Hund. Als Ninon von dem gräflichen Ehepaar im Wald an einen Baum gefesselt wird, kommt ein streunender Hund angelaufen und "beschnuppert" die hilflose Ninon. Mehr passiert eigentlich nicht. Mancini hält sich hier bewusst mit allzudeutlichen Bildern zurück.
Veröffentlichungen (Auswahl): - La reine Margot (2010) - Le calvaire de Diana (2010)
Links: - französischer Wikipedia-Eintrag - Eine fast vollständige Liste an Veröffentlichungen von "Colber, Mancini, Hugues" gibt es hier. Leider nur in französisch (*). Ein ausführliches Interview in französisch unter diesem Link. .... |
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