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Massimo Rotundo

Der vielseitige, italienische Künstler wurde am 11. April 1955 in Rom geboren, wo er immer noch wohnt und arbeitet.

Nach dem Besuch der Akademie der schönen Künste ( l'Accademia delle Belle Arti) in Rom, begann Rotundo um 1978 beim Verlag Eura Editoriale für dessen Publikationen Skorpio und LancioStory zu arbeiten. In den Jahren folgten Magazine wie L'Eternauta, Comic Art, Orient Express (um 1984), Torpedo, Sette oder Metal Hurlant (Heavy Metal).

Für L'Eternauta entstand unter anderem die Geschichte L'ultimo viaggio a Delos (1983) und für das Magazin Orient Express Il detective senza nome und Il Pescatore (auf deutsch "Der Fischer von Brooklyn" bei Feest); letztere zusammen mit dem bekannten Autor Riccardo Barreiro. Für das gleiche Magazin folgte ein Jahr später - wieder mit Autor Barreiro - die Produktion Un drago sull´autostrada.

Mit Luigi Ferrandino entstand die fantasievolle zweiteilige Science Fiction Geschichte I Padroni del Silenzio, die in Frankreich unter dem Titel "Les MaÎtres du silence" bei Circus und in Deutschland als "Die Herren der Stille" bei Splitter veröffentlicht wurde.

1985 zeichnete Rotundo La città del non ritorno (The city of no return), geschrieben von Giuseppe Ferrandino; sowie zwei Jahre später mit dem gleichen Autor die historisch angehauchte Geschichte Sera Torbara, die 1987 bei Comic Art und später in Frankreich bei Verleger Dargaud (1988) und Bagheera (1991) veröffentlicht wurden.

Zeitgleich begann Rotundo bereits für Magazine zu arbeiten, die eher erotische Geschichten veröffentlichten, wie Glamour, Diva und später auch Comic Art, für das er etliche Jahre tätig war. Ihre Hochphase hatte diese Zusammenarbeit in den Jahren 1986 bis 1990.

In Comic Art Nr. 66 aus dem Jahr 1990 hatte Rotundos Charakter Nina aus Tovarich Nina ihren ersten Auftritt. Die kuriose Comicgeschichte handelt von einer recht freizügigen russischen Panzer-Einheit, die komplett aus Frauen besteht und deshalb ganz nebenbei auch mal nackig durch´s Bild huschen. Rotundo verarbeitet in dem recht vergnüglichen Comic den Fall der UdSSR, Politik, Freiheit, Perestroika und vermischt dies mit reichlich Humor, hintergründigen Witz und recht viel Wodka.

Zwischen 1987 und 1988 entstand mit Franco Saudelli für das Magazin L´Espresso Plus - einem Supplement von L´Espresso - ein gutes Dutzend an erotischen Geschichten, die später auch im Magazin Comic Art abgedruckt wurden.

Ab 1987 wurden erotische Kurzgeschichten, die zuerst in Italien im Playmen Magazin erschienen, in der Serie Ex-libris eroticis zusammengefasst.

Die Kurzgeschichten fanden zudem ihren Weg in das italienische Magazin für Erwachsene Blue - dort unter dem Gesamttitel "Atlante Erotico". Rotundos Kontakt zum Magazin Blue bestand bereits seit der ersten Ausgabe der Zeitschrift Anfang 1991, für die er das Cover zeichnete.

Rotundo entführt den Leser mit Ex-libris eroticis in eine Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts, als die reiche Aristokratie, Kunstsammler und Verleger erotische und pornografische Gemälde, Zeichnungen und Bücher bei bekannten und beliebten Künstlern wie Beardsly, Rops, Klimt oder von Bayros in Auftrag gaben. Trotz staatlicher Verbote hatten die Auftraggeber nur selten die Gesetzesmacht zu fürchten. Ins Kreuzfeuer der Gesellschaft gerieten eher die Künstlers selbst, wenn sie nicht gerade anonym arbeiteten.
Damals waren die erotischen Auftragsarbeiten noch geprägt von einer rein männlich dominierten Weltanschauung.

Mit dieser zeitgenössischen Engstirnigkeit bricht Rotundo in seinen "Ex libris"-Kurzgeschichten und zeigt Männer wie Frauen als gleichberechtigte Partner im erotischen Spiel, wo Liebe, Leidenschaft und Sex in einer liberalen und freiheitlichen Grundhaltung zelibriert wird.
Rotundo lässt diese "hohe Kunst der Erotika" - mit ihren gesellschaftlichen Werten und Tabus, sowie den literarischen und kunsthistorischen Referenzen - in stilvoll-unterhaltsamen Comicgeschichten wieder aufleben.

Er gestaltete seine "Ex-libris"-Geschichten einfarbig, mit elegant makellosem Strich, in einem klaren, professionellen, realistischen Zeichenstil. Die Kurzgeschichten weisen in ihrer Gesamtheit gesehen natürlich einige stilistische Veränderungen auf, die entweder dem Thema der Geschichte, in erster Linie jedoch der Zeitspanne in der sie entstanden sind geschuldet ist.

Er steckt seine Protagonisten in ungewöhnliche, lustvoll, kostbare Umgebungen und verbindet dies mit Inhalten voller Symbolik und Dramaturgie.

Dabei fesselt sich Rotundo an keine zensorischen Richtlinien - er zeigt alles und bricht mit einigen Tabus (siehe dazu den Abschnitt Zensur). Trotzdem würde man den Arbeiten nicht das eher abfällige Prädikat "Porno" auferlegen. Ex-libris zelebriert den Eros und schlägt mit seinen Geschichten eine Brücke zu den Werken vergangener Tage.

Rotundo is ein Vollblutkünstler der alten italienischen Schule. Seine weiblichen Comic-Charaktere strahlen Eleganz, Anmut und Erotik aus. Ihre Gestaltung ist oftmals huldvoll überzeichnet ohne natürliche Makel oder unstimmigen Proportionen. Die männlichen Personen sind, wie auch bei seinen Künstlerkollegen Leone Frollo oder G. Levis, immer ein klein wenig karikaturesk - heißt mit aus dem Leben gegriffenen Charaktergesichtern - überzeichnet.

In Frankreich erschien "Ex-libris eroticis" in Sammelbänden bei L'Écho des Savannah und später 1988, 1989, 1992 und 2000 bei Albin Michel. 2011 erschien im Glénat-Label Drugstore eine L´integrale-Ausgabe mit einer 192 Seiten starken Zusammenfassung aller rund vierzig Kurzgeschichten.

Neben "Ex-libris" schuf Rotundo den erotischen Comic Il China Girl, der später Michel Albin für den französischen Markt veröffentlichte.

1993 gestaltete Rotundo Pig! Pig! Pig! (erschienen bei Glénat), dessen Szenario Jean Dufaux entwarf und eine Comic-Biografie von keinem geringeren als dem italienischen Filmregisseur und Dichter Pier Paolo Pasolini ist. Im selben Jahr zeichnete Rotundo für L´Eternauta Tigre! Tigre!. Ebenfalls für den französischen Markt schuf er eine Umsetzung des Stoffes von Balzac "La pelle di Zigrino".
1998 entstand mit Autor Marc Voline eine erotische Fassung von La Peau de chagrin, die in Frankreich bei Albin Michel erschien.

Im selben Jahr ging Rotundo zu Sergio Bonelli Èditore und zeichnete unter anderem für die postapokalyptischen Serie Brendon - darunter auch etliche Titelseiten -, die inhaltlich von Claudio Chiaverotti betreut wurde. Für die Miniserie Volto nascosto (2007) gestaltete Rotundo ebenfalls etliche Titel. 2011 ist der dritte Band der Serie Prediction erschienen, die Rotundo zusammen mit Szenarist Makyo kreiert.

Neben den Comicarbeiten arbeitete Rotundo in den Jahren 1994 bis 2000 mit der bekannten Kostümdesignerin Milena Canonero als Sketch- und Storyboard-Künstler fürs Theater und die Oper sowie für einige Filmproduktionen (zum Beispiel für Roman Polańskis "Amadeus" oder Paul Verhovens "Crusade").

1990 wurde Rotundo mit dem Yellow Kid Award als bester italienischer Künstler ausgezeichnet.

Das Rotundo sein Wissen gerne weitergibt, beweist er als Mitbegründer der Comiczeichenschule "Scuola Romana dei Fumetti" in Rom (gegründet um 1994).

Zensur (Beispiele dazu am Ende der Bildstrecke):
Der Ex Libris Band 1, herausgegeben in deutscher Übersetzung im Hofmann Verlag, in englisch bei ChaCha Comics und in französisch von Albin Michel ist um ein Bild zensiert worden. In der Geschichte 97 Promesses d´Amour wurde aus einer Szene mit einem Hund ein Bild künstlich vergrößert, um die Entfernung des eigentlich nachfolgenden Bildes zu verschleiern. In diesen Bildern ist der direkte Verkehr explizit zu sehen und war für oben genannte Verlage wohl etwas zu gewagt (siehe Bebilderung am Ende der Bildstrecke). Die spanische Coleccion X, Ausgabe 5 (Ediciones La Cúpula) zeigt die ursprüngliche Szene vollständig.

Das 2011 in Frankreich von Drugstore neu aufgelegte Album
L´Integrale Ex Libris eroticis
zeigt eine Überarbeitung der Kurzgeschichte mit einigen neuen Bildelementen. Unter anderem wird der direkte Geschlechtsakt mit dem Hund "abgemildert", indem Rotundo die "Vergewaltigung" nicht durch den Hund, sondern durch ein menschenähnliches "Beast" vollziehen lässt. Ferner wurden weitere Bilder eingefügt oder überarbeitet; ebenso der Text neu gelettert und zum Teil neu geschrieben.

erotische Veröffentlichungen/erotic publiactions (Frankreich/France)
(
Auswahl/Selection):
- Ex libris eroticis Band 1 bis 4 (Albin Michel, 1988-2000)
- L´Integrale Ex Libris eroticis (Glénat/Drugstore, 2011)
- China Girl (Albin Michel, 1991)
- Les Maitres du silence Band 1 und 2 (Glénat, 1986/1989)
- La Peau de chargin (Albin Michel, 1998)

weitere (nicht/weniger erotische) Veröffentlichungen (Frankreich) (Auswahl/Selection):
- Le Pêcheur de Brooklyn (Glénat, 1984)
- Pas de pitié pour le privé (Albin Michel, 1985)
- Sera Torbara Band 1und 2 (Dargaud, Bagheera, 1988/1991)
- Pasolini - Pig! Pig! Pig! (Glénat, 1993)
- Prediction Band 1 bis 3 (Delcourt, 2007/2008/2011)

Links:
- Homepage von Massimo Rotundo
- englische Wikipediaseite
- Youtube, durchgeblättert "Ex-libris eroticis"

This translation is unedited!

 

Massimo Rotundo

 

The versatile Italian artist was born on 11. April 1955 in Rome, where he still lives and works.

 

After attending the Academy of Fine Arts in Rome, Rotundo began to work for the publisher Eura Editoriale in 1978 for its publications Skorpio and LancioStory. In the years that followed, magazines such as L' Eternauta, Comic Art, Orient Express (around 1984), Torpedo, Sette and Metal Hurlant (Heavy Metal) followed.

 

For L' Eternauta, the story L' ultimo viaggio a Delos (1983) and for the magazine Orient Express Il detective senza nome and Il Pescatore (in English "The Fisherman of Brooklyn" at Feest) were created, the latter together with the well-known author Riccardo Barreiro. For the same magazine, a year later - again with author Barreiro - the production Un drago sull´autostrada followed.

 

Luigi Ferrandino is the brainchild of the two-part science fiction story I Padroni del Silenzio, which was published in France under the title "Les MaÎtres du silence" by Circus and in Germany as "Die Herren der Stille" by Splitter.

In 1985 Rotundo La città del non ritorno (The city of no return), written by Giuseppe Ferrandino, drew La città del non ritorno (The city of no return); and two years later, with the same author, the historically charged Sera Torbara, published in 1987 by Comic Art and later in France by Dargaud (1988) and Bagheera (1991).

 

At the same time, Rotundo began to work for magazines that published more erotic stories such as Glamour, Diva and later Comic Art, for which he worked for several years. This cooperation reached its peak between 1986 and 1990.

 

Rotundo's character Nina from Tovarich Nina made her first appearance in 1990 in Comic Art No. 66. The curious comic strip story is about a quite generous Russian tank unit, which consists entirely of women and therefore also scurries naked through the picture. Rotundo processes in this quite enjoyable comic strip the fall of the USSR, politics, freedom, perestroika and mixes this with plenty of humour, profound wit and quite a lot of vodka.

 

Between 1987 and 1988, Franco Saudelli created L´Espresso Plus magazine - a supplement to L´Espresso - for a dozen erotic stories, which were later printed in the magazine Comic Art.

 

From 1987 onwards, erotic short stories, which first appeared in Playmen Magazine in Italy, were combined in the series Ex-libris eroticis.

 

The short stories also found their way into the Italian magazine for adults Blue - under the overall title "Atlante Erotico". Rotundo's contact with Blue magazine has existed since the first issue of the magazine in early 1991, for which he drew the cover.

 

Rotundo takes the reader with ex-libris eroticis into a time, the end of the 19th century, when the rich aristocracy, art collectors and publishers commissioned erotic and pornographic paintings, drawings and books from well-known and popular artists such as Beardsly, Rops, Klimt or von Bayros. Despite government bans, the clients rarely had to fear the power of the law. The artists themselves were more likely to be caught in the crossfire of society if they were not working anonymously.

At that time, the erotic commissioned works were still characterized by a purely masculine worldview.

 

With this contemporary narrow-mindedness, Rotundo breaks into his "Ex libris"short stories and shows men and women as equal partners in erotic play, where love, passion and sex are celibrated in a liberal and liberal attitude.

Rotundo revives this "high art of erotica" - with its social values and taboos, as well as its literary and art-historical references - in stylish and entertaining comic-stories.

 

He designed his "ex-libris"stories in one color, with an elegant flawless line, in a clear, professional, realistic drawing style. The short stories as a whole, of course, have some stylistic changes in their entirety, either due to the theme of history, but primarily to the period in which they were created.

 

He puts his protagonists in unusual, lustful, precious environments and combines this with contents full of symbolism and dramaturgy.

 

Rotundo does not bind himself to any censorial guidelines - he shows everything and breaks with some taboos (see the censorship section). Nevertheless, the work would not be described as "porn", a rather derogatory term. Ex-libris celebrates the Eros and his stories build a bridge to the works of bygone days.

 

Rotundo is a thoroughbred artist of the old Italian school. His female comic characters radiate elegance, grace and eroticism. Their design is often well-designed and oversubscribed without natural flaws or inconsistent proportions. The male persons, like his fellow artists Leone Frollo and G. Levis, are always a little bit overdrawn with caricatures - meaning character faces taken from life.

 

In France,"Ex-libris eroticis" was published in anthologies by L' Écho des Savannah and later in 1988,1989,1989,1992 and 2000 by Albin Michel. In 2011, the Glénat label Drugstore published a L 64integrale edition with a 192-page summary of all forty or so short stories.

 

In addition to "ex-libris", Rotundo created the erotic comic Il China Girl, which was later published by Michel Albin for the French market.

 

1993 Rotundo Pig! Pig! Pig! (published by Glénat), whose scenario Jean Dufaux designed and is a comic book biography by none other than the Italian film director and poet Pier Paolo Pasolini. In the same year Rotundo drew for L´Eternauta Tigre! Tigre!. Also for the French market, he created a transformation of the fabric of Balzac "La pelle di Zigrino".

In 1998, an erotic version of La Peau de chagrin was created with the author Marc Voline, which was published in France by Albin Michel.

 

In the same year, Rotundo went to Sergio Bonelli Èditore and drew for the post-apocalyptic series Brendon - including several front pages - which was supervised by Claudio Chiaverotti. Rotundo also designed a number of titles for the Volto nascosto (2007) miniseries. In 2011, the third volume of the series Prediction was published, which Rotundo created together with scenist Makyo.

 

In addition to the comic works, Rotundo worked from 1994 to 2000 with the well-known costume designer Milena Canonero as a sketch and storyboard artist for the theatre and opera as well as for some film productions (for example for Roman Pola?ski's "Amadeus" or Paul Verhoven's "Crusade").

 

In 1990 Rotundo was awarded the Yellow Kid Award for best Italian artist.

 

Rotundo's ability to pass on his knowledge is proven by his co-foundership of the "Scuola Romana dei Fumetti" comic strip school in Rome (founded around 1994).

 

Censorship (examples at the end of the photo gallery):

Ex Libris Volume 1, published in German translation by Hofmann Verlag, in English by ChaCha Comics and in French by Albin Michel, has been censored for one picture. In the story 97 Promesses d´Amour, a scene with a dog was artificially enlarged to obscure the distance of the following image. In these pictures the direct traffic is to be seen explicitly and was probably a little too daring for the above-mentioned publishers (see pictures at the end of the picture series). The Spanish Coleccion X, issue 5 (Ediciones La Cúpula) shows the original scene completely.

 

The new album released by Drugstore in France in 2011L´Integrale Ex Libris eroticis shows a revision of the short story with some new picture elements.

Among other things, the direct sexual intercourse with the dog is "softened"by Rotundo's "rape" not by the dog, but by a human-like "beast". Further pictures were inserted or reworked; likewise the text was new lettered and partly rewritten.

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