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Tuna Empire - "The Spirit of Capitalism" (Shihonshugi no Seishin)

Bei der schieren Fülle des "Hentai-Manga-Materials", das es mittlerweile gibt, ist es fast unmöglich alle Künstler zu besprechen. Des Weiteren wird es immer schwieriger bestimmte Comic-Alben oder Seiten einem bestimmten Künstler zuzuordnen. Dafür hat Japan zuviele "Worker" die dem Künstler zur Seite stehen und im gleichen Stil wie der "Meister" Hintergründe, Figuren oder sogar ganze Seiten übernehmen, um den "Output" im strengen Zeitplan der Verlage zu schaffen. Dazu kommen die unzähligen "Dōjinshi" (Fanzeichner) die "h-Manga" im Stil des verehrten Künstlers anfertigen.

Leichter wird es, wenn man nur die "wirklich Guten" herauspickt. Über einen Namen stolpert man eigentlich fast immer: "Tuna Empire".

Neben dem "englischen" Pseudonym "Tuna Empire" wird manchmal auch die japanische Übersetzung "Maguro Teikoku" als Name genannt. "Maguro Teikoku" bedeutet auf japanisch "Tuna Empire".

Zur Person selbst ist leider recht wenig im Web zu finden. Anfänglich wollte eigentlich ein Freund von "Maguro" in das Erotik-Manga-Business einsteigen und überredete "Tuna" sich mit ihm bei einem Verlag zu bewerben. Der Freund wurde nicht genommen, aber "Maguro" bekam eine Anstellung. (Quelle: animerevue.com)

Seine ersten Veröffentlichungen sind handwerklich, sprich Qualitativ, noch recht durchwachsen und der heute so unverwechselbare sichere Zeichenstrich erst im entstehen. Trotzdem ist es immer interessant zu sehen, wie sich ein Zeichner entwickelt und das im Falle von "Tuna Empire" in der doch so kurzen Zeitspanne von 4 bis 5 Jahren.

Mittlerweile hat "Tuna" ein exzellentes Charaktere-Design entwickelt, das unverwechselbar scheint bzw. ist. Seine Figuren werden meist sehr schlank mit einem längeren Mittelkörper (Brust/Bauch) gezeichnet.
Die Bildaufteilung ist typisch "Manga-Style", aber nicht ganz so "überladen" wie bei manch´ Kollegen. Obwohl einem beim Anblick seiner Zeichnungen das Gefühl beschleicht, diesen Stil schon tausendfach gesehen zu haben, entwickeln seine Figuren doch den gewissen "Tuna"-Touch, der im Moment nur in seinen Arbeiten zu beobachten ist.

Seine stärksten und stilsichersten Alben sind wohl Shihonshugi no Seishin資本主義の精神, Der Geist des Kapitalismus, The Spirit of Capitalism") von 2004, Houkago Dorei Kurabu 放課後奴隷倶楽部, After School Sex Slave Club) von 2005 und Katei no Jijou 家庭の事情, Family circumstances) aus dem Jahr 2006.

Diese Bände unterscheiden sich von den Anderen, das sie eine zusammenhängende Geschichte beinhalten.

Des Weiteren wurde eine Anzahl an Sammelbänden veröffentlicht, die Tunas Werke - oftmals auch gleiche Kurzgeschichten mehrmals - zusammenfassen.

Da wären unter anderem die Sammelbände:

- Single person's science
( 独身者の科學) (Untertitelt ! "Die Wissenschast die Jungensellen") (2001)

- Shiri Chichi
( しりちち) (2002) (Fujimi Shuppan)

- Minna to Issho (Manganazenanikyushitsu)
( まんがなぜなに教室) (2002)

- Maid Zukushi
( メイドづくし) (Eat up Maiden) (2004)

- Hatsu Date Kouryakuhou
( 初デート攻略法) (in etwa übersetzt mit "Guide for the first date") (2004)

- Nazenani Kyoushitsu (Viva Freedom)
Ein abgedrehter Manga mit einer zeitreisenden Heldin, die verschiedene geschichtliche Persönlichkeiten begegnet. Hier steht die Botschaft vor den eingestreuten Sexeinlagen. (2005) (Do-Comics (= "Tokyo Sanseisya"))

- Imonatsu
( 妹夏) ("Tour-de-Sex-Override Kurzgeschichten-Sammelband") (2007)

- Mahou no Moerist Lyrical Ririnka
( 魔法の萌エリスト) (2007)
Optisch hervorragender Kurzgeschichten-Sammelband, mit der Anmutung eines Fan-Manga ("Dōjinshi"). Geschichten Mix mit Sailer Moon Charakteren, Matrix-Gestalten und etliche weitere Anleihen aus anderen Manga-Produktionen. Unter anderem auch eine "Kemono Sex" (Sex mit Catgirls) Geschichte mit "Tuna" persönlich.

- Lust Train (2008) (Sammelband Kurzgeschichten)


Fast alle Sammelbände sind ein kruder Mix aus sauber ausgeführten, detailreichen Kurzgeschichten, flüchtigen, schnell gezeichneten Geschichten - oftmals mit "Tuna" selbst als Helden, Kurzstorys im Cartoon-Stil und Auszügen aus anderen Kurzgeschichtenbänden.

Der Geist des Kapitalismus (so auch auf dem japanischen Cover in deutsch geschrieben) ist wohl sein populärster Band soweit. Darin wird ein satirischer Blick auf das kapitalistische, japanische Geschäftsleben versucht - mit leichten Anspielungen auf westliche Investoren bzw. Invasoren. In einem leistungsorientierten Land, indem der Büroalltag bestimmt kein Zuckerschlecken ist, reflektiert "Tuna Empire" diese Welt mit seinem ganz eigenen humoristisch, sarkastischen Blick.

Hauptcharakter Sayori ist eine fleissige Büroangestellte, die um die Bedürfnisse der hartarbeitenden männlichen Belegschaft bemüht ist. Im "Brustfreien" Arbeitsblazer sorgt sie neben frischen Kaffee, für befriedigende "Blowjobs" und stressabbauenden Sex; das durchaus gleich im zeitsparenden "Gangbang"-Modus.

Was auf dem ersten (westlichen) Blick äußerst sexistisch anmutet, hat in Japan eine pikante Hintergrund. Dort wurde (heute wohl nicht mehr anzutreffen) von einer unterbezahlten "Office-Lady" neben den üblichen Verrichtungen auch entspannende Massagen erwartet. In Tunas Manga wird all das ins Extreme gezogen.
Das führt in der Geschichte soweit, das am Ende das hart arbeitende Büro-Mädchen von ihrer Chefin (mit deutschem WW2-Fetish-Outfit) geheiratet wird. Der Grund warum die Chefin des Unternehmens am Ende Sayori in Liebe verfällt, ist etwas extrem und soll hier nicht weiter ausgeführt werden.

Nur soviel: "Tunas" h-Manga ist durchsetzt mit Hardcore-"Features" wie "Facials", Analsex, "Bukkake", Gruppensex, Cosplay, S/M-Bondage-Fetish-Sex sowie extremeren Zusätzen, wie "Futanari" (Mädchen mit Penissen) oder Toilettensex. Allerdings wird - im Gegensatz zum Rest der gezeichneten Sexspiele - nur bei den "Stuhlgangspielen" dezent ausgeblendet. "Tunas Sex-Inszenierungen" bleiben nichts schuldig und sind einfallsreich umgesetzt.

Der Band Katei no Jijou wird wohl nur - wenn überhaupt - leicht zensiert in englisch erscheinen können. Der Manga erzählt die ungewöhnliche Geschichte einer ungewöhnlichen Familie, dessen Familienvorsitz - seit der Vater verstorben ist - der Sohn der Familie übernommen hat. Mutter und Schwester sind dem Sohn ergeben und agieren als Sklavinnen in ihren gemeinsamen Sexspielen. In h-Manga-Geschichten ein durchaus gern verwendetes Bild. Auch mit "Katei no Jijou" entstand eine variantenreiche Inzest-"Tour-de-Sex"-Geschichte mit unzähligen Sex-Spielarten.

Im heikelsten Kapitel werden Mutter und Tochter/Schwester spät nachts "Gassi geführt". "Fetish-Standesgemäß" mit Halsband und Leine. Im nahegelegenen Park wird sogleich ein kleines Sexfest veranstaltet. Zu dieser Party "stößt" aber auch ein Rudel Hunde. "Zoophilie" ist im Westen immer noch ein absolutes Tabuthema und wurde bereits in diversen Anime und Manga wenn nötig retuschiert bzw. entfernt.

Am Ende der Geschichte um diese recht ungewöhnliche Familie heiratet der Sohn die beiden Frauen. Die durchaus vorhandenen gesellschaftlichen Untertöne zu vernehmen, mag Angesicht diesem "Sex-Overkill" schwer fallen.

Ja, "Tuna Empire" ist im gewissen Maße sexistisch oder abstoßend, aber für "Comicverhältnisse" im Grunde nicht als frauenfeindlich zu betrachten. Tunas Geschichten kommen ohne jegliche Gewalt oder erzwungene Erniedrigungen an Frauen aus.
Seine Geschichten sind gezeichnete Sexfantasien; mit feinen Untertönen die (leider) allzu oft im Sexgetöse untergehen.

Die Kombination aus unverwechselbarer optischen Qualität und den wuchtigen, tabulosen - oftmals rassanten - Sexinhalten - gewürzt "mit einem Lächeln" - machen die Bände von "Tuna Empire" so "sehenswert".

Das ihm eine "Botschaft" in seinen Geschichten manchmal durchaus wichtig ist, sieht man zum Beispiel in seinem Manga-Tradepaperback "Nazenani Kyoushitsu" (Viva Freedom), indem politische Personen und Ereignisse mit Sex und sarkastischem Klamauk humoristisch "vorgeführt" werden.

Oftmals taucht der Künstler als Figur auch selbst in seinen Geschichten auf. Meist um sich der Lächerlicheit preiszugeben.

Seine japanischen Publisher sind u.a. "Akaneshinsha", bzw. dessen Label "Tenma Comics" und neuerdings "From Shuppan" (= "Tokyo Sanseisya") und dessen Label "Belle Comics".
Der US-Verlag "Icarus Publishing" hat zwei seiner Bände "After School Sex Slave Club" und "The Spirit of Capitalism" übersetzt und als Tradepaperbacks veröffentlicht, sowie einige seiner Kurzgeschichten in der verlagseigenen Heftserie "Comic AG".

Links:
japanischer Publisher
englischer Publisher

Tuna Empire als Comic-Charakter
Ausschnitt aus dem "heiklen" Kapitel
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CoverDANY03 YUIIllu01 a back home