Jacobson
Pseudonyme: Jacobsen, Whip Jack, Jabez Bihan
Geboren wurde Jacobson 1958 in Frankreich. Mit 19 bewarb er sich an einer Kunstschule, wurde aber abgewiesen, als er sagte, er wolle Comix-Künstler werden. So erlernte er sein Handwerkszeug bei "Learning by doing" und sah sich die "Kniffe" von seinen Vorbildern Moebius und Gotlib ab. Seine Comickarriere startete er 1983. Doch bevor er unter dem Pseudonym Jacobson erotische Comix zeichnete, arbeitete er unter seinem richtigen Namen Jacques "Jak" Lemonnier an Comics für Kinder wie "Leo und Lu" oder Robinson", sowie unter dem Namen Jakez Bihan an Funny-Comic-Serien. 1985 und 1987 arbeitete er mit Jacques Lerouge an einem Comic mit dem Namen "Censur".
Einige frühe erotische Werke signierte er noch mit J.Rochetoit. Mit dem Pseudonym Jacobson verbindet sich eine lustige Entstehungsgeschichte.
Jacobcon: "In Frankreich gab es eine alte dumme Erzählung die von zwei Verrückten handelt. Der Eine malte auf einer Leiter stehend und der Andere rief "Halt dich am Pinsel fest, ich schnapp mir mal die Leiter". Auf französisch: "Accroche-toi au pinceau,j'enleve l'echelle!" So entwickelte ich daraus "Jacques Rochetoit au pinceau ", das aber so klang wie "accroche-toi...". Im Radio hörte ich dann glücklicherweise, das irgendeine amerikanische Geisel die festgehalten wurde "Jacobson" hieß. So kam ich letztendlich zu meinem Namen".
Verrückte Entstehungsgeschichte eines Pseudonyms. Es ist zu vermuten, das "accroche-toi..." nicht wirklich schmeichelhaft ist.
Nachdem Jacobson auf einem Comic-Festival Jean Carton von L.P.M. Editions kennenlernte wechselte er 1987 in das "Erwachsenenfach".
Jacobson ist ein großer Verehrer der Arbeiten von Joseph Farrel. Daraus entstand auch seine Hommage-Geschichte "La Clinique du Docteur Farrel".
Für die Alben "Mathilde et Gilda" und "Le loup et l'Agnelle" gestaltete Jacobsons Freund Jean-Marc Touttain die Covers. Für seine übrigen Coverarbeiten zeichnet Jacobson selbst verantwortlich.
2002 entstand mit Texter Bernard Joubert der Comic "nuit d asphalte". Hier wechselt Jacobson wieder zu einem schattierungsreichen Comicstil.
Jacobson hat einen sehr schwungvollen, abwechslungsreichen Federstrich, mal mit mehr oder weniger Schraffierungen für die Schatten und Grauabstufungen. Mal orientiert er sich stilistisch an Moebius, wenn die Figuren klarer und mit weniger Strichen gezeichnet werden; oder er wechselt zu einem George Pichard ähnlichen Stil mit dunkleren Comicpanels die durch üppigere Schraffurtechnik erzeugt werden.
In seine Geschichten verarbeitet Jacobson sehr viel "Szene" typische Elemente; mit etlichen Fetisch-, Sado/Maso- und Bondage-Einlagen. In seinen Comic tummeln sich großbrüstige, wollüstige Frauen, Intimschmuck-Träger, Transsexuelle, Homosexuelle, Bisexuelle, usw. Die Erzählweise ist eher düster und ernster und einem Joseph Farrel würdig. Die Charaktere sind meist satirisch, leicht karikierend überzeichnet.
Wer es lieber ruhig, romantisch oder humorvoll will, der sollte Jacobson meiden. Doch wer eher den dunklen "Underground" durchwandern will, der bekommt von Jacobson einiges geboten. Interessante Bände sind die "Celine"-Alben, sowie "Lou Night Taxi" und "Miss Butterfly" (ein Band mit Kurzgeschichten). Ein weiteres Kurzgeschichten-Album "Dialogues de Pierre Louys" ist ebenfalls lesenswert.
Einige Alben sind auch in deutsch (z. B. Miss Butterfly) erhältlich. Den Rest gib es in englischer Übersetzung.
Veröffentlichungen (Auswahl): - Mistress Jayne (von/als Whip Jack) - Bigger is Better (La Grenouille) - Celine (Full-Time Slave) 1 und 2 - Dialogues de Pierre Louys (Sammelband Kurzgeschichten) - Die Klinik des Doktor Farrel (la clinique du docteur farrel) - Garden Party 1und 2 - La Clinique du Docteur Farrel - Les Abysses du Passe - Lou Night Taxi Driver (Lou Taxi de Nuit) 1und 2 - Mars Printemps - Mathilde et Gilda 1und 2 - Miss Butterfly - Nuit dAsphalte - The Wolf and the Little Lamb - Dance Card (2 Seiten Story)
- Jacobsenneries (Dynamite 2006)
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