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Gunma Kisaragi 如月群真

Man mag zu Scanlations stehen wie man will. Für einen Fan sind sie meist von unschätzbaren Wert, da er nur auf diesem Wege die Geschichten eines geliebten Manga-Künstlers auch zu lesen vermag. Zum anderen sind westliche Veröffentlichungen oftmals nicht zu erwarten, da die Inhalte der Taschenbände durchaus heikles bergen können (Lolicon, Inzest, ...). Zu guter Letzt sind es oft die Scanlations, die erst den interessierten h-Manga-Freund zum Fan eines Künstlers werden lässt; erlauben die Übersetzungen doch einen Blick in die so ferne japanische hentai-Szene. Wobei man auch sagen muss, das viele Fans bereit sind einige Hürden (zum Beispiel Sprachbarrieren beim online-Einkauf) zu nehmen, um an gedruckte Originalbände zu kommen.

Trotz einer offiziellen Webseite - was bei h-Mangaka in den meisten Fällen eh schon einem Wunder gleichkommt - sieht man sich bei Recherchen um den Künstler Kisaragi sehr schnell am Ende der Fahnenstange angelangt.

Was bleibt, sind nur die Veröffentlichungen selbst, um den talentierten Künstler vorzustellen - und schon ist man wieder in der Grauzone der Scanlations gelandet.

Trotzdem wäre es unfair auf eine Vorstellung zu verzichten, denn Kisaragi ist in der h-manga-Szene durchaus kein Unbekannter.

Wer einen Fetisch auf junge Manga-Mädchen in Schuluniformen, Trainingshosen und Badeanzügen "sein eigen nennt", der kommt um Kisaragis Arbeiten überhaupt nicht herum. Fast ist man gewillt die Behauptung aufzustellen, mit Gunma Kisaragi einen den Top-Hentai-Künstler für Schulmädchen/Uniform-Fetisch-Sex-Fantasien zu präsentieren. Kisaragi ist recht produktiv und hat seit seinem Beginn in der Dōjinshi-Szene, Mitte 2003, etliche Seiten abgeliefert.

Vergleicht man neuere Veröffentlichungen - wie zum Beispiel "Mai Favorite" - mit ältere Arbeiten, sieht man schön wie sehr sich Kisaragis Stil verbessert hat. Waren die Anfänge auf dem Niveau von flüchtigen, aber guten Fanzeichnungen (= Dōjinshi), so erstaunlich sind seine Arbeiten heute. Sie besitzen zwar immer noch den skizzenhaften Charme seiner Anfänge, sind aber nun wesentlich akkurater und präziser ausgeführt. Das schuldet wohl auch die Art ihrer Veröffentlichung. Die Verlagsprodukte wirken meist ausgereifter und feiner, als die "gelegentlichen" Dōjinshi.

Interessant bei der Sichtung seiner Arbeiten ist eine gewisse "Zweitverwertung" seiner früherer Dōjinshi-Arbeiten zu beobachten; die in einzelne Szenen oder ganzen Abschnitten in spätere Arbeiten für Verlage eingebaut werden. Meist nur technisch, sprich zeichnerisch, verbessert.

Die Kombination aus einem lockeren, liberalen Strich, einem Seitenaufbau der eher statisch, statt überladen wirkt und dem wundervollen Charakter-Design kennzeichnen die Faszination an Kisaragis Arbeiten. Einzig der "Mangel" an "guten originellen Geschichten" könnte man dem talentierten Mangaka zur Last legen. Gerade durch sein variantenarmes Charakterdesign und vermeindlich wiederholenden (Sex-)Szenarien ist man versucht zu glauben, viele Handlungsteile schon einmal gesehen zu haben. Doch beim Charme seiner Akteurinnen verzeiht man jede "Wiederholung".

Kisaragis Stil ist einzigartig und wiedererkennbar. Nicht zuletzt durch das markante, realistisch anmutende Design seiner weiblichen Charaktere. Inhaltlich bevorzugt Kisaragi einen fantasievollen, aber "alltäglichen", realistischen Stil. Fantasie-Misch-Wesen, Futanari oder Tentakelmonster wird man in seinen Arbeiten vergeblich suchen.

Gewiss geht es in seinen Geschichten recht naiv und klischeehaft schnell zur Sache. So wirken zarte schüchterne Annäherungen an ein weibliche Wesen mit anschließenden Liebesbekundungen, die recht schnell im Sex enden auf den ersten Blick etwas Plump. Doch h-manga haben oftmals ihre eigene Geschwindigkeit. Zumindest "verschont" Kisaragi den Leser mit groben Sexhandlungen, Vergewaltigungen oder anderen Gewaltdarstellungen.

Viele Kurzgeschichten sind stereotypisch. Sexrestaurants die Blowjobs und Sex statt Suppe und Schnitzel servieren. Allzeit "hilfs"-bereite Krankenschwestern oder willige Hausfrauen. Weitere "Handlungsschwerpunkte" in seinen Manga sind romantische Beziehungen zwischen Geschwistern; auch "unter18 Geschwistern". In hentai-manga ein immer gern verwendetes Thema, doch oftmals ein Ausschuss-Kriterium für westliche Verleger.

Alle Punkte zusammengebracht, sprich: Schulmädchen, schmal- und vollbrüstig, in Uniformen, Badeanzügen und/oder Sportkleidung, zudem Bruder und Schwester, die romantischen Sex mal allein oder zu zweien oder zu dreien,... haben - und heraus kommen Mangabände wie "Love Selection" oder "Giri Giri Sisters". Wobei recht wild gemischt wird. Meist sind "noch vertretbare" Sexhandlungen mit Jugendlichen vermischt mit Inzest-Liebesgeschichten mit noch jüngeren Darstellern. So gesehen werden besagte Taschenbände keinen legalen Weg zu westlichen Verlegern finden. Äußerst Schade, den Kisaragis Arbeiten hätten ein oder zwei offizielle englischeSammelbände durchaus verdient.

Am Ende verbleibt im Gedächtnis des Lesers weniger die inhaltsarmen Geschichten, als vielmehr das wunderschöne, charmante Charakterdesign.

Zwei Kurzgeschichten aus "Love Selection" sind als h-anime verarbeitet worden. Pink Pinapple hat zwei Folgen a 28 Min. herausgebracht.

Veröffentlichungen (Auswahl):
- Love Selection (Core Magazine, 2006)
- Giri Giri Sisters (Core Magazine, 2006)
- Strawberry Panic (G´s Studio)
- Mai Favorite

Links:
- Homepage Gunmas G´Shop
- Original Manga kann man zum Beispiel hier erwerben!

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