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André Amouriq (Gast, Amok)

 

wurde 1945 in Lyon, Frankreich geboren. Seine ersten Arbeiten erschienen in den Taschenbuch-Serien "Ringo" und "Nic et loup", veröffentlicht beim Verleger S.E.P.P.. Zudem retuschierte er amerikanisches Comicmaterial für den heimischen Markt. In den 1970ern zeichnete Amouriq für die Titel "Ranger", "Rex" und "Rhapsodie".

 

Amouriq arbeitete ab 1978 bis Ende der 1980er Jahre überwiegend für die Abenteuer-Serie le Petit Trappeur, die in der französischen Taschenbuch-Reihe Kiwi erschien. Die im Kleinstformat (13 x 18 cm, mit rund 130 Seiten) veröffentlichte Comicbuch-Serie wurde zwischen 1955 und 2003 von Édition Lug herausgegeben. Die Hauptfigur Blek Le Roc ("Il Grande Blek") erfand das italienische Künstler-Trio Esse-G-Esse (dahinter verbergen sich die Zeichner Pietro Sartoris, Dario Guzzon und Giovanni Sinchetto). Das Comicmaterial in Kiwi #1 bis #137 stammte noch aus Italien. Als jedoch die Serie in Italien auslief, ließ Lug sie in Frankreich mit neuen Episoden weiterlaufen. Bleks Sidekick Roddy rückte dabei mehr in den Vordergrund und wurde zum titelgebenden "kleinen Trapper". Neben "le Petit Trappeur" lief in Kiwi unter anderem auch die Serie "Lone Wolf".

Mit Kollegen wie Carlo Cedroni (Hauptzeichner) und Jean-Yves Mitton (rund 22 Beiträge) verfasste Amouriq laut comicbd.fr neun Episoden "Blek Le Roc" und 16 Episoden "Le Petit Trappeur". bd-anciennes.com spricht von insgesamt 47 Episoden die auf das Konto von Amouriq gehen. Als der Verleger immer mehr altes Material wiederveröffentlichte, musste sich Amouriq bald neue Einnahmequellen suchen.

Sein Zeichenstil bei Kiwi war für einige Kritiker ein wenig zu "cartoonig" und irgendwie "unpassend" für einen reinen Abenteuer-Comic. Dieser "cartoonige" Stil wandelte sich im Laufe der Jahre zu einem klassischen Funny-Stil - obwohl er für verschiedene Comic-Projekte immer wieder neue Variationen ausprobierte.

 

1988 feierte seine erste erotische Comic-Arbeit im französischen Magazin Bédè X (Verlag: CAP) ihr Debüt. Die albenlange (44 Seiten, schwarz-weiß) Geschichte Corne d'Auroch lief unter dem Pseudonym Amok und war eine Parodie auf die erfolgreiche Serie "Rahan" des Autoren Roger Lecureux und seines Hauptzeichners André Chéret. Stilistisch sieht man bei "Corne d'Auroch" noch die Nähe zu seinen früheren Arbeiten für Kiwi.

Weitere erotische Comics entstanden für das Bédé X-Schwestermagazin Bédé Adult. Dabei schwenkte Amouriq auf einen sehr comichaften, cartoonigen Zeichenstil.

Unter dem Pseudonym Gast erschienen Les aventures de Titi Fricoteur (lief ab Ausgabe 90), eine Satire auf die Serie "Bibi Fricotin" und ab Ausgabe 96 Zopeye le mandrin (zusammen mit Autor Manuel Lisay), die wiederum eine Satire auf den Comic-Charakter Popeye darstellte. Ab Ausgabe 107 setzte Amouriq die Abenteuer von Titi Fricoteur in einem zweiten Teil fort. Alle drei Geschichten wurden im Magazin Bédé Adult in Farbe veröffentlicht.

 

1992 erschien im Verlag Albin Michel seine wohl liebenswerteste erotische Arbeit: Le Petit Monde de Pétassine. Diesmal veröffentlicht unter seinem richtigen Namen. Der Humor und das Layout sind dem von "Titi Fricoteur" ähnlich, doch die Hauptfigur in "Petit Monde" ist die kecke Bauerntochter Pétassine. Das Album erzählt in verschiedenen kurzen Episoden wie Pétassine nur mit ihrer Mutter in einem kleinen Dorf aufwächst und die Welt um sich herum entdeckt. Recht frühreif erfährt sie die Unterschiede zwischen Mann und Frau und interessiert sich sehr für die zwischenmenschlichen Begegnungen beider Geschlechter. Immer wieder tappt die neugierige Pétassine ungewollt in schlüpfrige Situationen; ob bei der Obsternte, beim Baden oder beim ausbessern ihres Kleid auf einem Feld.

 

Der Tenor der Geschichten ist keineswegs anstößig oder gar pornografisch. Sie wirken durch den cartoonhaften Funny-Stil eher liebevoll und unschuldig. Unterhaltsam und witzig sind sie ohnehin. Ja, man entdeckt möglicherweise in der ein oder anderen Episode eigene Erfahrungen aus der Kindheit wieder.

Kurios: Auf der Rückseite des Albums wird von einem "Zickenkrieg" mit Pétassines Widersacherin Salopette berichtet, der aber im vorliegenden Album nicht vorkommt und möglicherweise für einen zweiten Teil geplant war. Trotzdem verwenden etliche Webseiten (fälschlicherweise) diesen kurzen Text als Inhaltsangabe.

 

Amouriq hatte ein geschicktes Händchen gelungene Sex-Comic-Satiren aufs Papier zu bringen, die sympathisch und witzig zugleich sind und durchaus von den Originalzeichnern hätte stammen können. Die expliziten Szenen fielen Objekt bedingt bei den CAP Veröffentlichungen (Bédé X, Bédé Adult) etwas deftiger aus.

 

Die erotischen Comic waren jedoch - wie bei vielen seiner Kollegen - nur eine Stippvisite und Amouriq kehrte zu den regulären, überwiegend humoristischen Comicformaten zurück. Wie zum Beispiel mit dem Alben "Les Zypers" für Éditions Bamboo (2000), "Les Prédictions de Nostra" (2002) und der Auto-Serie "L'Auto-école" (ab 2004). Letztere entwickelte er zusammen mit dem Autor Christophe Cazenove (Jahrgang 1969). Die Serie "Dôjô le temple des arts martiaux" entstand in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Alexandre. Für die aktuelle Comic-Reihe "Gladiatorus" stand als Autor wieder Christophe Cazenove zur Verfügung.

 

Weitere "nichterotische" Veröffentlichungen (Auswahl):

- Le mini-guide du Sagittaire (Vents d´Quest, 1999) Mitarbeit

- Le mini-guide du Capricorne (Vents d´Quest, 1999) Mitarbeit

- Les Zypers (Bamboo, 2000)

- Les prédictions de Nostra (drei Bände) (Bamboo, 2002-2004)

- Auto école (Band 1 bis 8 + Best of) (Bamboo, 2004-2011)

- Dôjô le temple des arts martiaux (zwei Bände) (Bamboo, 2007/2008)

- Gladiatorus (zwei Bände) (Bamboo, 2013/2014)

 

Links:

- Facebook

 

Quellen:

bedetheque.com, lambiek.net, comicbd.fr, bd-anciennes.com/blog

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