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First Time (Premières fois) Autorin Sibylline, Vorwort von Emmanuel Pierrat Eine wunderschöne - leider zu seltene - Veröffentlichung und eine Bereicherung für die erotische "Comickunst-Ecke", ist der rund 100 Seiten starke Band "Premières fois" (von Mirages/Delcourt Verlag), bzw. in englisch "First Time" (von Eurotica/NBM Publishing). Das "Experiment". Zehn Comiczeichner zeichnen erotische Kurzgeschichten. Zum ersten Mal! Die Geschichten stammen von der französischen Autorin Sibylline. Die im März 1978 in Paris geborene Autorin wurde von David Chauvel ermutigt, sich mit zehn Zeichnern zusammenzufinden um Geschichten über Sex und Gespräche darüber zu illustrieren. Eine Art "Sex and the City" in Comicform. Und nicht nur Miss Bradshaw weiß erotisch pikante Geschichten zu erzählen. Die Kurzgeschichten könnten in ihrer erzählerischen Vielfalt und optischen Präsentation nicht unterschiedlicher ausgefallen sein. Eines vorweg. Leser die eindeutige Zeichnungen in diesem Band erwarten, werden sicher enttäuscht. Natürlich hat "First Time" seine expliziten Sexszenen. Doch wesentlich sanfter, zurückhaltender in der Präsentation. In diesem Band spürt man den Unterschied zwischen Erotik und Porno. Beide haben in der Comickunst ihre Berechtigung. Sicher gibt es erotische Porno und auch pornographische Erotik. Man könnte vermuten, darin liegt kein Unterschied. Doch der Unterschied liegt in den unterschiedlichen Wegen. Der Eine führt von den "erfassenden Sinnesorganen" sofort in die Geschlechtsregion. Der Andere nimmt den "Umweg" über das Gehirn. Wie schreibt Marc Mason (ComicsWaitingRoom.com): "Es existiert einen Unterschied zwischen Erotika und Porno. Für alle die eine Definition wollen, worin der Unterschied besteht, hier ist meine: Porno ist nichts als purer Sex, ein Ruck der durch die Lenden geht, für sofortige Erregung. Erotika spielt auch mit Sex; bietet aber mehr. Mehr Inhalt, mehr Charakter, einfach mehr, als nur das Basisprogramm Geilheit, Erregung und Orgasmus. Erotika erfüllt neben dem Körper auch den Geist. "First Time" ist verdammt gute Erotika" (Zitat frei übersetzt). Sibylline schnürte die Geschichten mit einem klaren, starken emotionalen Korsett - ob die Grundstimmung nun sinnlich, brutal, zärtlich, obsessiv oder einsam ist. Jede Kurzgeschichte behandelt Sex und Erotik als etwas Schönes und Positives; in der Scham oder Erniedrigung nicht existiert. Für jeden Künstler, so scheint es, wurde exakt die richtige Geschichte ausgewählt. Denn die Stimmung der Handlung passt hervorragend zum jeweiligen Stil des Zeichners. In "Nobody" (Nulle) erzählt eine Art "Realdoll" (das ist eine rund 6000 Dollar teure Ganzkörper-Liebespuppe) von ihrem ersten Mal mit ihrem "Käufer". Sehr bewegend und emotional, doch ohne typische Sexklischees. "Sodomy" zeigt eine junge Frau bei ihrem ersten analen Erlebnis. Aber wiederum etwas anders, als man jetzt vermuten könnte. Die "Jungfrau" ist in diesem Fall ihr Freund. Alle Geschichten strahlen eine Stärke und Leidenschaft aus, die man in manchen erotischen Publikationen schmerzlich vermisst. Deshalb kann man dem Band nur Erfolg, Fortsetzungen und Nachahmer wünschen. |
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