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Gene "Eneg" Bilbrew

Der afroamerikanische Illustrator, Comiczeichner und Fetischkünstler Gene (Eugene) Bilbrew wurde am 29. Juni 1923 in Los Angeles geboren. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er neben seinem Familiennamen auch unter den Pseudonymen ENEG (Gene rückwärts geschrieben), Van Rod und Bondy.

Bilbrew lernte sein Handwerk auf der School of Visual Arts in New York City - unter anderem bei keinem Geringeren als Burne Hogarth.

Seinen ersten größeren Auftrag als Zeichner bekam Bilbrew nach einem Treffen mit Bill Alexander, der für die afroamerikanische Zeitung Los Angeles Sentinel den Comicstrip "The Bronze Bomber" betreute. Späterhin zeichnete er für die Serie "Hercules", die im Health Magazin erschien.
Obwohl Bilbrew eigentlich als Sänger auf die Bühne wollte, erfüllte sich dieser Traum nur kläglich und er kam über einige Nebenrollen in diversen Bühnenshows nicht hinaus.

Um das Jahr 1950 wurde Bilbrew Assistent von Will Eisner, der mit seiner Serie "The Spirit" große Erfolge feierte. Zudem übernahm er für Jules Feiffer, der seinen Militärdienst antrat, die Serie "Clifford".

Bekannt wurde Bilbrew in den folgenden Jahren durch seine Zusammenarbeit mit dem Fetischfotografen Irving Klaw. Die Verbindung zu Klaws Vertriebsfirma Movie Star News hatte er Eric Stanton zu verdanken, der zeitgleich mit Bilbrew auf der New Yorker Kunstakademie war und beide sich seit dieser Zeit kannten.

Zwischen den Jahren 1956 und 1959 gestaltete Bilbrew etliche Illustrationen und Titelcover für das Fetischmagazin Exotique, herausgegeben von Leonard "Lenny" Burtman. Die Zeichnungen zeigten überwiegend Darstellungen weiblicher Dominanz und diverse Bondage-Szenen. In dieser Zeit entstanden auch Bilbrews Schöpfungen wie Princess Elaine oder Madame La Bondage. Neben dem Exotique Magazin arbeitete er zudem für die Fetisch-Publikationen Fantasia und Ultra. Für das Fantasia Magazin zeichnete Bilbrew die Comic Serie "Camper´s Capers", die ab der Ausgabe 11 bis zum Ende des Blattes mit der Nummer 20 lief.

In den 1960er Jahren began er Cover-Illustrationen für sogenannte "Sleaze Paperbacks" zu produzieren, die unter anderem bei Stanley Malkin und Eddy Mishkins Satellite Productions erschienen. Bilbrew arbeitete für das New Yorker Unternehmen in den Jahren 1963 bis 1967. Er illustrierte dabei etliche Titel - unter anderem für die Labels "After Hour", "First Niter", "Nitey Nite", "Unique Books" und "Wee Hours". (1)

Neben Satellite arbeitete Bilbrew auch für Joe Sturmans Connoisseur Publications und zeichnete Covers für die Pulp-Labels (also eigenständige Marken innerhalb eines Verlages) Chevron, Corsair, Crescent, Exotik, Mercury, Thantom, Wizard, Vanguard, sowie Satan Press, für die er jedes Magazincover illustrierte. (1)

Ende der 1960er Jahre stieg Sturman aus dem "Porno"-Biz aus und übergab das Geschäft seinem Bruder Reuben. Dieser stellte die Labels für die Bilbrew arbeitete ein.

Nach der Pleite von Satellite und später Connoisseur begann auch der Niedergang von Bilbrew. Zwar konnte er noch für Euro Classics, Tortura Press, Spade Classics oder Dr. Lamb Library arbeiten, doch der Niedergang der "Sleaze"-Bücher war nicht mehr aufzuhalten. Zunehmend verwendeten viele Verleger statt aufweniger Illustrationen kostengünstige Fotografien für ihre Titel. (1)

Über sein Privatleben ist recht wenig überliefert, aber es war bekannt, das Bilbrew ein Freund des Alkohols und der härteren Drogen war. Zudem verkehrte er mit etlichen Frauen; überweigend weißen Frauen. Denn Bilbrew wollte - laut einer Einschätzung von Eric Stanton - eigentlich lieber ein Weißer sein. Der komplette persönliche Absturz und sein Tod waren dann auch seiner Drogenabhängigkeit geschuldet.

Bilbrew verstarb im Mai 1974 in einem Hinterzimmer in einem von Eddy Mishkins Pornobuchläden in New York an einer Überdosis Heroin.

"… so if you choose to google him up with your preferences open, you might be disturbed. There are literally thousands of entries on Bilbrew and his work on the web, and yet the "real" art world seems to know virtually nothing about him. This may be due to his "way outside the norm" life and body of work, but it could just as easily be due to his race or the fact that virtually none of his original work survives." (2)

Eric Stanton, John Willie und Gene Bilbrew haben als "die großen Drei" durch ihre Arbeiten das Fetisch- und Bondage-Genre - vor allem in den 1950/60er Jahren - nachhaltig geprägt.

Die Comics und Illustrationen Bilbrews aus den 1950er Jahren zeigen fetisch-typische Frauenbilder mit eleganten, schlanken und langbeinigen Dominas und ebengleichen "Opfern". Hier sieht man den Einfluß von Irving Klaws Arbeiten und seinen Modellen (allen voran Betty Page). Etliche Zeichnungen wirken mit heutigen Augen gesehen durchaus modern. Ganz anders die späteren Coverillustrationen für die Sleaze-/Pulp-Bücher.

Bilbrews weibliche Charaktere verwandelten sich zu dominaten, beherrschenden "Amazonen" mit kurvenreichen Konturen, muskulösen Armen und Beinen und ausladenden Hinterteilen und Brüsten. Die Gesichter (auch die der Männer) waren oftmals streng, kantig und fast fratzenhaft gestaltet. Dazu kamen hochtoupierte Frisuren aus der Zeit der 1960er Jahre, die diesen unterkühlten Look verstärkten.

Trotz der durch Alkohol und Drogen geschuldeten Qualitätseinbrüche in den letzten Jahren seiner Karriere zeigte Bilbrew eine variantenreiche, auch unverwechselbare künstlerische Palette, mit erkennbaren Einflüssen durch Kollegen und Wegbegleitern.

Veröffentlichungen in Frankreich/Italien (Auswahl) (3):
- La Princesse Elaine (1997, Les Humanoïdes Associés)
- Madame La Bondage (1978, Les Humanoïdes Associés)
- Kageena (1978, Déesse)
- Talons aiguilles dans le cosmos (1990, Les Humanoïdes Associés)
- Blondetta e altre pupe battagliere (1974, SugarCo Edizioni) Band #26 aus der Reihe L'olimpo dei fumetti

Links:
- Eneg Artwork
- englischer Artikel von Jim Linderman über Bilbrew
- Gene Bilbrew Archive

Bücher über Bilbrew:
- Sin-A-Rama (2005, Feral House)

Quellen:
(1) Brittany A. Daley
(2) Vintage Sleaze
(3) Bedetheque.com

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