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Al Rio

war ein brasilianischer Zeichner, Illustrator und Autor. Er wurde als Álvaro Araújo Lourenço do Rio am 19. Mai 1962 in Fortaleza, Ceará geboren.

Er arbeitete im Laufe seiner Karriere für fast alle renommierten US-Comic-Verlage und -Labels wie Marvel, DC, Chaos, Malibu, Crossgen, Image, Angel Entertainment, Vertigo, Harris, Dark Horse, Avatar, Wildstorm, Amazing und Zenescope.

Darunter an Titeln wie "Vampirella", "Gen 13", "Voodoo", "Star Wars", "Grimm Fairy Tales", "World War Hulk", "X-Men", "Purgatori", "Spiderman", "Return to Wonderland", "Heroes for hire", "Captain America", "Exposure" und einige mehr.

Al Rio war auch ein gefragter Illustrator für Titelcovers und gestaltete Motive unter anderem für "Neverland", "Myths and Legens", "Grimm Fairy Tales", "New Mutants Forever", "Tales from Wonderland", "Beyond Wonderland", "Fever Moon", "Salem´s Daughter", "Living Corpse", "Threshold", "Jungle Fantasy" (+Annual), "Avengelyne", ...

Im Laufe der Jahre erarbeitete sich Al Rio durch seinen professionellen und anpassungsfähigen Stil einen guten Ruf. Insbesondere als exzellenter Zeichner für aufreizende weibliche Charaktere. Durch seine frühen Arbeiten bei DC Comics und bei Wildstorm ("Gen 13") bekam er das Markenzeichen des "good girl artist". Diese erotische Idealisierung kam jedoch in den letzten Jahren in die Kritik und seine Illustrationen wurden plötzlich Negativ-Beispiele für die sexistische Darstellung von Frauen in der Branche.

Diese unzähligen llustrationen fanden später auch ihren Weg in zusammenfassende Werkschauen. Seine besten Zeichnungen wurden in einigen Sammelbänden wie zum Beispiel "Art of Al Rio" Volume 1 und 2, "Luscious - The Collected Art Of Al Rio", "Al Rio´s How To Draw Girls" sowie "The Sexy Art of Al Rio" veröffentlicht.
In seinen How-to-draw-Comic (es gibt sogar Schulungsvideos auf DVD) war sein Engagement junge Talente zu fördern spürbar.

Nach einigen Illustrationsarbeiten Anfang der 1990er Jahre für diverse Schulen in Rio de Janeiro bekam Al Rio einen Fuß in die Tür der Walt Disney Company und arbeitete dort als Zeichner für Filmproduktionen wie zum Beispiel der Aladdin Zeichentrickserie. Zudem zeichnete er für den Kinder-Comic "Xuxa".

Über seine Agentur Glass House Graphics bekam Al Rio Kontakt zu amerikanischen Verlagen und plötzlich verlagerten sich seine Aufträge vom brasilianischen Markt hin zum US-Comic-Markt.

Sein tadelloser, moderner Comic-Stil war wie geschaffen für den amerikanischen Comicmarkt. Insbesondere für die Abenteuer- und Superhelden-Titel.

Nach einigen erfolgreichen Jahren und unzähligen Aufträgen nahm Al Rio eine kleine Schaffenspause, verlagerte seine Prioritäten und beschäftigte sich mit neuen Themen, die ihm persönlich mehr zusagten.
"My main reason for getting away from the comics was to be able to revise my entire life as an artist and to show more to the people what I most like to do and to show my countless line and quality interpretations that I could offer to my clients and fans. With the pin-ups and commissions I could show more the other faces of Al Rio as a whole. … So, working with pin-ups is surely marvelous as well as working with comics." (1)

Über die Internet-Plattform Kickstarter wurde erfolgreich ein Sammelalbum seiner Beiträge zu der Serie Exposure - die Al Rio zusammen mit David Campiti ins Leben rief - finanziert. Einzelne Seiten kam man auf der Webseite exposure.keenspot.com ansehen.

Nur wenige Arbeiten von Al Rio sind wirklich pornografisch. Eine längere Geschichte erschien 2001 (der Comic entstand jedoch früher) im Magazin Raw Media Quarterly (Ausgaben 8-11) bei Avatar Press. Mit Unterstützung von David Quinn und Nimbus schrieb und zeichnete er den Comic Thrust. Die Seiten sind zwar handwerklich einwandfrei, erinnern aber mit ihrem eher nüchternen und langweiligen Layout an italienische (a la Studio Leonetti) oder brasilianische Comic-Massenware.

Al Rios Zeichenstil war überaus wandlungs- und anpassungsfähig. Da gab es den eher "comichafteren" Grundstil von ihm, bei dem Charaktere leicht überzeichnet dargestellt wurden und so einen cartoonigen Touch bekamen (zum Beispiel "Gen 13"). Etliche erotische Arbeiten waren wiederum in einem vereinfachten realistischen Look gehalten ("Exposed").
Sein realistischer Comic-Stil für die US-Großverlage war ohne Schwächen und konnte mit denen der "Stars" der Szene durchaus mithalten. Seine Titel- und Illustrationsarbeiten waren von vorzüglicher Güte. "Few could draw as well, adapting to so many styles so effortlessly, as Al Rio". (2)

Sein letztes größeres Projekt war die Graphic Novel "Fever Moon" für Random House (Del Ray) mit der Autoren Karen Marie Moning und David Lawrence.
"Fortunately, with "Fever Moon" and things like "Exposure", people love my art just the way it is. … The summary of all this is that I think when you want something, you need to believe it, fight for it, wait for it, have patience, be determined and humble to understand the difficulties. Only this way you’ll be able to reach any goal in life. Believe yourself and give the best of you so that you feel happy. This is the greatest step.” (1)

Al Rio starb am 31. Januar 2012. Laut seiner Künstleragentur Glass House Graphics nahm sich der äußerst talentierte und engagierte Künstler selbst das Leben. Er hinterließ eine Frau und drei Kinder.

Sein langjähriger Agent und Weggefährte David Campiti: “We’d gotten together several weeks ago and were working hard on his projects, so news of his death came as quite a shock.  He was a long-time friend whose art was a great joy to me and even inspired my wife’s drawing career. Generous and humble, he’ll be deeply missed.” (1)

Links:
- offizielle Homepage
- englischer Wikipedia-Eintrag
- Pinterest

Quellen:
(1) Bleeding Cool
(2) David Campiti

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